Nervenschlacht in Dortmund: PSSC Dinslaken sichert Klassenerhalt in der 2. Bundesliga

Nervenschlacht in Dortmund: PSSC Dinslaken sichert Klassenerhalt in der 2. Bundesliga

Es war eine Zitterpartie bis zum letzten Schuss, doch am Ende herrschte grenzenlose Erleichterung: Die erste Luftpistolen-Mannschaft des Polizei Schießsport Clubs (PSSC) Dinslaken hat beim Relegationswettkampf im Leistungszentrum Dortmund den Verbleib in der 2. Bundesliga gesichert. Damit startet der Verein im vierten Jahr in Folge in der zweithöchsten deutschen Schützenklasse.

Schwierige Vorzeichen und mentale Belastung

Der Weg zum Erfolg war in diesem Jahr steiniger denn je. Die Vorzeichen am vergangenen Sonntag standen alles andere als günstig:

Mit Florian Thünemann fehlte ein wichtiger Leistungsträger aus privaten Gründen, und auch Trainer Walter Füllhardt war verhindert, sodass Co-Trainer Stefan Decker die Verantwortung an der Schießlinie allein trug. Zudem sorgten gesundheitliche Sorgen bei Marion Rühl (Schulterprobleme) und der krankheitsbedingte Ausfall von Ersatzschütze Dennis Joachim für zusätzliche Anspannung.

Besonders belastend wirkte jedoch die politische Nachrichtenlage aus der Heimat: Die Diskussionen um die Zukunft der Eis-Sporthalle und des dort beheimateten Vereinsschießstandes hingen wie ein Damoklesschwert über den Athleten. Nachdem der Verein erst kürzlich mit einem enormen finanziellen Kraftakt den Stand auf Bundesliga-Niveau modernisiert hatte, ging es in Dortmund gefühlt um mehr als nur Ringzahlen – es ging um die Bestätigung der sportlichen Heimat.

Ein holpriger Start
Der erste Durchgang am Vormittag verlief entsprechend nervös. Das Team mit Sascha Klump, Philipp Sersch, Kirstin Koch, Stefan Freise und Marion Rühl kämpfte mit den eigenen Erwartungen. Während Sascha Klump nach einem schwierigen Start zu seiner Form fand, blieben die restlichen Schützen zunächst hinter ihren durchschnittlichen Trainingsleistungen zurück. Die Quittung: Rang drei in der Zwischenabrechnung – ein Platz, der den Abstieg bedeutet hätte.

Die Wende am Nachmittag
In der Mittagspause bewies Co-Trainer Stefan Decker Fingerspitzengefühl. In Einzelgesprächen wurde die Mannschaft neu fokussiert. Besonders wichtig: Die Schulter von Marion Rühl hielt stand, sodass das Team in unveränderter Formation in den entscheidenden zweiten Durchgang gehen konnte.

Um 13 Uhr wendete sich das Blatt. Mit beeindruckender mentaler Stärke steigerten sich fast alle Schützen deutlich. In der Tabelle des zweiten Durchgangs schob sich der PSSC sogar auf Rang eins vor.

Das Endergebnis
Nach Addition beider Wettkämpfe stand fest: Mit insgesamt 3.604 Ringen sicherte sich der PSSC Dinslaken den zweiten Tabellenplatz. Lediglich vier Ringe fehlten auf den Erstplatzierten und Aufsteiger SV Tell Rücklingen. Der Vorsprung auf den direkten Verfolger SSC Werl war indes deutlich genug, um den Klassenerhalt perfekt zu machen.

Schon auf der Rückfahrt glühten die Leitungen: Per WhatsApp fluteten unzählige Glückwünsche der Vereinsmitglieder die Smartphones der Mannschaft. Mit dem Verbleib in der 2. Bundesliga West hat der PSSC Dinslaken eindrucksvoll bewiesen, dass er selbst unter maximalem Druck und widrigen Umständen besteht und seinen rechtmäßigen Platz in dieser spielstarken Liga erfolgreich verteidigt hat.